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Ein Leben für Opel

01.03.2009 | 17:30 Uhr

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Bei Volker Diedrichs dreht sich alles um die Automarke mit dem Blitz. 1983 gründete er den Fanclub Opel MSC Essen, der heute 60 Mitglieder hat.

Kaum eine Automarke ist derzeit so im Gespräch wie die mit dem markanten Blitz im Emblem: Opel. Erst am Freitag erlöste die Nachricht, dass sich der Konzern von der amerikanischen Mutter General Motors abkoppeln will, nicht nur die deutsche Belegschaft, sondern auch Volker Diedrichs und seine Kollegen vom Motorsportclub Opel MSC Essen. Der Erhalt des Standortes Bochum lässt die 60 Mitglieder jubeln, denn für sie dreht sich alles um die Automobilmarke. „Opel ist nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Kult, der zum Ruhrgebiet dazu gehört”, sagt der 50-jährige Diedrichs, der 1983 den Club gründete.

 

Volker Diedrichs und Wolfgang Stephan beim Basteln an einem Opel. Fotos: Heinz-Werner Rieck

„Ich habe bei Opel meine Lehre gemacht und selber einen Ascona B von ’76 besessen. Da ich auch ein Motorsportbegeisterter war, hat das Eine zum Anderem geführt”, sagt Diedrichs. Heute stehen fünf Opels in seinem Fuhrpark: ein Ascona A von ’72, ein Kadett C Aero von ’75, ein Manta B von ’76, ein Senator B von ’96 und ein Vectra B von ’99. Das sind Diedrichs „echte” Fahrzeuge, darüber hinaus sammelt er Opel-Modellautos im Maßstab 1:18. „Mehr als 50 Stück müsste ich nun haben.”

Die kleinen Opel sind auch die große Leidenschaft von Wolfgang Stephan, seit über 20 Jahren Mitglied im Verein. Doch der 49-Jährige, dessen Vater bei Opel gearbeitet hat, sammelt diese nicht nur – er baut sie auch um. „Ich tune sie. Die Modelle bekommen neue Felgen, Reifen und manchmal auch eine neue Lackierung”, sagt der Fahrer eines Kadetts. Doch beim Opel MSC Essen wird nicht nur an kleineren Wagen geschraubt, auch an echten Fahrzeugen toben sich die Mitglieder aus: In der vereinseigenen Werkstatt in einem Rüttenscheider Hinterhof basteln sie unter anderem an Karosserien, Unterböden und Innenräumen.

Die Opelaner treffen sich täglich in ihrem Vereinsheim, das mit Logos und Postern der Kultmarke dekoriert ist. Willkommen ist jeder Interessierte. Ausdrücklich auch Behinderte, so wie Dirk Schulz. Vor sechs Jahren erlitt der 39-Jährige einen Gehirnschlag, ist seitdem teilweise gelähmt. Seiner Passion hat das keinen Abbruch getan: „Ich habe meinen Opel behindertengerecht umgebaut.”

Opel ohne Ende also. Doch wie sahen die Anfänge aus? Diedrichs und Stephan zögern bei der Frage nach ihrem ersten Auto – und sagen dann: „Das war damals ein Käfer.”